Teufelskreis – Schulden, Krankheit, Depression

Schulden zu haben, fühlt sich für die Allerwenigsten gut an. Dieses Gefühl kann überhandnehmen und sich ernsthaft auf Körper und Psyche auswirken. Umgekehrt ist es schwer, wenn man krank ist, aus den Schulden eigenhändig wieder herauszukommen. Dieser Artikel soll Betroffenen Mut machen, sich Hilfe zu suchen, und über ein Tabuthema aufklären.

Inhalt:

Krank durch Schulden

Acht von zehn überschuldeten Personen sind krank. Das belegt eine Studie der Universität Mainz. Die rund 700 Befragten nannten im Schnitt nicht nur eine, sondern zwei Krankheiten, unter denen sie litten. Sie alle waren Besucher von Schuldnerberatungen in Rheinland-Pfalz, über die die Befragung zu Stande kam.

Fast die Hälfte gab an, unter Angstzuständen, Depressionen und Psychosen zu leiden. 40 Prozent hatten außerdem Probleme mit Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen. Auch Bluthochdruck war ein Thema. Auffallend an diesen Zahlen ist, dass alle Erkrankungen durch übermäßigen Stress verursacht oder verstärkt werden können. In der Medizin gibt es dafür einen Ausdruck: Psychosomatische Störung. Oder anders ausgedrückt: Wenn die Seele nicht mehr kann, übernimmt der Körper den Schmerz. Nicht umsonst kennt der Volksmund Sätze wie „Da bin ich auf 180“ oder „Du hast ganz schön viel zu schultern“.

Angst und Depressionen sind besonders eng mit einer Überschuldung verbunden. Schulden zu haben, kann viele Ängste verursachen. Mahnungen, das Drängen der Gläubiger, Vollstreckungsversuche durch Gerichtsvollzieher – der Alltag von Schuldnern ist vor allem mit unangenehmen Überraschungen verbunden, man fühlt sich dem Ganzen ausgeliefert. Menschen mit Schulden fürchten, ihre Existenz zu verlieren, ihren Kindern keine gute Zukunft ermöglichen zu können und manchmal sogar auch, wegen ihrer Schulden ins Gefängnis zu kommen. Die Angst, von anderen verurteilt zu werden und sozial abzusteigen, kommt noch dazu. In der Gesellschaft sind Schulden immer noch ein Tabuthema. Leider müssen sich viele Schuldner Sätze anhören wie: Wer Schulden hat, ist selbst schuld.

Wegen hoher Schulden ist der Alltag oft eingeschränkt. Wenig Geld haben und nur zuhause sitzen zu können – da sind depressive Verstimmungen vorprogrammiert. Andere versuchen, das Leid zu ertränken und werden suchtkrank. Jeder fünfte Befragte, vor allem Männer, greift zu Alkohol & Co, um der schwierigen Situation wenigstens kurz zu entfliehen.

Schulden durch Krankheit

Aber es geht auch anders herum: Schulden können auch aus einer Krankheit resultieren, wie zum Beispiel durch Spielsucht, Kaufsucht oder die oben genannte Alkoholsucht. Süchte können schnell teuer werden: Durch Konsumschulden, durch Einkommensverlust, weil einem der Job gekündigt wird, durch Trennungskosten, da die Beziehung der Belastung nicht mehr standhalten konnte…

Aber nicht nur Suchtkrankheiten können in die Schuldenspirale führen. Auch chronische Erkrankungen stellen ein erhebliches Armutsrisiko dar. Sie können jeden betreffen – so können selbst sehr gut ausgebildete und voll berufstätige Menschen sich schnell verschulden, ohne selbstverschuldet in diese Situation geraten zu sein. Die Arbeitsunfähigkeit durch eine schwerwiegende Krankheit bringt automatisch ein hohes Schuldenrisiko mit sich. Plötzlich kein volles Gehalt mehr, aber die Rechnungen wollen weiterhin bezahlt werden, dazu kommen manchmal noch Kosten, die die Krankheit verursacht – eine ausweglose Situation. Menschen, die schon in jungen Jahren dazu gezwungen sind, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen, haben laut dem Paritätischen Gesamtverband keine Chance, aus der Armutsgefährdung mit der zu erwartenden Rente jemals wieder herauszukommen. Sie trifft es besonders hart.

Fazit:

Die eingangs erwähnte Studie hat herausgefunden, dass Überschuldete ein zwei- bis dreifach höheres Risiko im Vergleich zu Menschen gleichen Alters ohne Schulden haben, bestimmte Krankheiten zu erleiden. Schulden machen Angst und Angst macht krank. Auch Süchte und psychische Erkrankungen stehen oft in Verbindung zueinander. Manche entwickeln aus einer Depression eine Kaufsucht, die als Ersatzbefriedigung dient. Oder man greift zur Flasche aus Angst vor Panikattacken. Die Psyche bestimmt schließlich auch, wie wir unser Leben regeln – und ob wir dazu in der Lage sind. Es kann daher für Menschen in solch einer Situation schier unmöglich sein, von allein wieder aus der Situation herauszukommen. Neben einer Unterstützung bei der Entschuldung ist in solchen Fällen auch eine psychologische Beratung empfehlenswert.

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